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Nachbericht:
117. Kunstauktion am 23. September 2006

"Brüllende Nachfrage" bei Kastern in Hannover.
Am 23. Sept. 2006 versteigerte das Kunstauktionshaus Kastern in Hannover den "Brüllenden Löwen" ein großes Ölgemälde des bekanntesten deutschen Tiermalers Wilhelm Kuhnert (Lot 48, Taxe EUR 22.000,-). Nach einem heftigen Bietergefecht ging das Bild, dass aus einer norddeutschen Privatsammlung stammte, mit dem grandiosen Zuschlag von EUR 65.000,- an einen der amerikanischen Telefonbieter, der den Saalbieter nach EUR 60.000,- noch übertrumpfte. Die Kuhnert-Zeichnung "Drei Warzenschweine" (Lot 50/Taxe 2.100,-) wechselte für EUR 4.500,- den Besitzer.
Die Salonkunst des 19. Jahrhunderts ist wieder gefragt! Aus sechs verschiedenen Nationen boten Interessenten auf das erstklassige Genrebild von Jules Adolphe Goupil "Dame im Salon" und alter Brüsseler Rahmung mit. Das Bild ging für EUR 18.000,- nach Russland und toppte mit dem Zuschlag viele der internationalen Preisergebnisse des Künstlers.
Das eine Gemälde der drei Versionen "Lustfahrt des Grafen Schwedt mit dem jungen Seydlitz" von Hermann Kretschmer (Lot46/Taxe EUR 3.600,-), von dem sich zwei andere Bilder im Huis Doorn und im Museum in Schwerin befinden, wurde für EUR 3.600,- verkauft. Ein norddeutscher Sammler hatte das Glück und ersteigerte für EUR 9.500,- das herausragende Bild des Barbizonisten Leon Richet "Landschaft mit kleinem Weiher" (Lot 75/Taxe EUR 3.600,-). Die feine Zeichnung von Francesco Zerilli ging mit EUR 5.500 (Lot 105) nach Italien.
Mit einem Preis von EUR 11.000,- wurde das museale Gemälde von Gerta Overbeck-Schenk "Selbst vor Staffelei" (Lot 186) an einen privaten Sammler verkauft. Das Gemälde ist Zeitzeugnis der 1920er und 1930er Jahre und eines der letzten wichtigen Bildnisse der Neuen Sachlichkeit, in der sie sich selbstbewusst als Künstlerin sowie als werdende Mutter der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Verkaufsrate von Skulpturen und Bronzen war wieder groß: die große Dali- Bronze "Le Unicornio" (Lot339/ Taxe EUR 6.500,-) kam auf EUR 6.500,-.
In der Rubrik Möbel erzielte der Dresdner-Empire Aufsatzsekretär von 1800-20 (Lot 419/Taxe EUR10.000,-) die Summe von EUR 15.000,- und blieb in Deutschland. Unter den Kleinmöbel ist der Trommelschrank (Lot 428/Taxe EUR 280,-) zu nennen der auf EUR 1.200,- kletterte.
Die Highlights des Kunstgewerbes stiegen in den Preisen. Die alten Braunschweiger Fayencen des 18. Jhs. - das Gläserkühlbecken (Lot 888/Taxe EUR 1.500,-) und die Helmkanne (Lot 889/EUR 800,-) - gingen für EUR 1.800,- und EUR 900,- an einen Käufer. Ein Jugenstilliebhaber gab für das 33tlg. Frühstücksservice "Donatello" Modell Nr. 250 mit Kirschdekor um 1910 von Rosenthal/Selb (Lot 817/ Taxe EUR 800,-) EUR 2.200,- aus. Die KPM-Platte mit Abbildung des Prinz Albert von Sachsen Coburg-Gotha verdreifachte den Preis auf EUR 3.300,- (Lot 789/Taxe EUR 1.000,-). Großes Gedränge gab es beim Ansichtenteller mit dem Motiv des „Palais d´hyver à St. Petersbourg“ (Lot 796/Taxe EUR 140,-) bis EUR 5.500,- rissen.
Über neunzig Prozent der Rubrik Asiatika u.a. mit bedeutendem Kunsthandwerk aus Japan und China wurde zu guten Preisen verkauf.
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Jules Goupil, "Dame im Salon"
Zuschlag: EUR 18.000,-

Max Rabes; "Abend bei Biskra"
Ergebnis EUR 9.000,-

Anton Wilhelm Strack
"Schlacht bey Minden am 1. August 1759"
Ergebnis EUR 16.000,-
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